Pfingstwanderfahrt 2008 - Teil 1

Bild zu Pfingstwanderfahrt 2008 - Teil 1

Unstrut-Saale-Elbe


Eine solch zeitlich lange Fahrt geht schon mal über die Kräfte oder das Zeitbudget so mancher Ruderkameradinnen. Deshalb gab es es so einige Tandems, bei denen sich einzelne abwechselten und mit den PKWs der Neuhinzukommenden nach Berlin zurückfuhren.
Wer war mit von der Partie: Franky (als Fahrtenleiter), Jürgen, Norbert, Barbara, Wolfgang, Heidi P. und Klaus als Landdienst, wobei Heidi dann auch auf bestimmten Strecken mit anderen Ruderern tauschte. Teilstrecken ruderten Michael, Regina, Rolf, Peter, Hartmut und Gerd.




Ein alter Spruch lautet „Das Wetter wird am Steg gemacht“. Aber unser „Steg“ war am 01.Mai an der Unstrut bei Artern und nicht in Wannsee. In Berlin und auf der Strecke bis Halle regnete es kräftig, aber an der Unstrut kam die Sonne zum richtigen „Himmelfahrtswetter“ hervor und verließ uns nicht mehr bis ans Ende der Fahrt. Am 30.04. hatten wir die Boote (zwei Dreier mit Steuermann/frau: Käpten Fisch und die Bubi Jahnke, beides schwere Boote, die hervorragend für diese Strecke geeignet waren) aufgeladen und fuhren mit zwei Landfahrzeugen, Norberts PKW und Klaus`Wohnmobil dann am 01.Mai 8.00 ins Tal der Goldenen Aue südlich des Harzes, wo wir nach 3 Stunden in Artern ankamen. Dort mussten wir die Boote zu Wasser lassen, weil die Schleuse dort in Reparatur war. Aber vorher stärkten wir uns am Grill des dortigen Anglervereins. Bei den Strömungsverhältnissen wartete auf uns die einzige Bewährungsprobe, Boote und Mannschaften heil auf den Fluss zu bringen. Die Feuertaufe hatten wir bestanden und abwärts gings die kurvenreiche Strecke, vorbei an der „Vatertags“-Grillparty an der ersten Schleuse, 16 km Sonnenschein, immer den Kyffhäuser im Hintergrund, nach Rossleben, wo wir im RCR anlegten. Trainer Traeger (14facher Seniorenweltrekordler) erzählte uns viel über das Schicksal seines Vereins und des Ortes seit der Wende. Der Verein war einst Leistungszentrum der DDR, das Gymnasium hatte in der Oberstufe das Leistungsfach Rudern. Nach 89 halbierte sich die Bevölkerung, die Mitgliederzahl des Vereins sank auf 50 von ehemals 150. Wegen des Hochwasserschutzes wurde die Unstrut verlegt, sodass das eigentliche Bootshaus und die Trainingsanlagen nicht mehr am Flusslauf liegen. Am nächsten Tag zeigte uns Herr Traeger die ganze Einrichtung und auch eine Vielzahl nun zum Verkauf stehender Boote. Abends sind wir in der Pension „Unstrutstal“ bestens untergebracht, wo der Chef für uns grillt. Nach der Besichtigung am Folgetag und den herzlichsten Kontakten mit Herrn Traeger, geht`s weiter 2Std nach Nebla. Ab dort begleiten uns die Weinterrassen. Die Boote des Kanuverleihs Nebra hatten uns als einzige die gesamte Strecke auf Unstrut und Saale begleitet. Vorbei am Schloss Wendelstein zur Schleuse Troisdorf von Weitem siehen wir das auffällige Museumsgebäude für die „Himmelsscheibe von Nebla“ (im Volksmund Banane genannt).

bei Laucha am 03.05.2008

Beim Kanuverein Laucha (km 13,5) nehmen wir die Boote aus dem Wasser. Unsere Unterkunft liegt oberhalb des Ortes bei der „Luftsportjugend“; untergebracht sind wir großräumig, alles atmet den Geruch der DDR, die Atmosphäre entspricht der Gesellschaft für Sport und Technik vergangener Generationen, obwohl die Gebühren die der angenehmen Pension vom Vortage entsprachen. Dagegen finden wir in Lauchau eine Gastwirtschaft mit wohlschmeckendem Abendessen. Am 3. Mai legen wir gegen 10.00 ab und treffen uns in Naumburg,nachdem wir die Saale erreicht haben. Dort essen wir im „Alten Krug“ Spargel. Es bleiben noch 2 Stunden zur Dombesichtigung, leider zu wenig um diese schöne Altstadt kennenzulernen.

In Weißenfels legen wir die Boote ab und fahren zum „Hotel am Märchenbrunnen“. Im Internet hieß es diesbezüglich: Hotel für ausgeruhte Gäste. Das Haus liegt an der Durchgangsstraße, wird überwiegend von Montagearbeitern der östlichen Länder genutzt und strahlt deren Einfachheit und Zigarettenkonsum aus. Abendessen findet im „Bootshaus“ statt: schöne Lage am Fluss. Dann geht`s auf die Kneipenmeile: In fast allen Kneipen gibt`s Livemusik. Insbesondere in der Saaleperle geht für unsre Aktiven die Post ab. Heidi und Gerd haben sich aber vorher zurückgezogen und können am nächsten Morgen nur ahnen, wie großartig das Tanzvergnügen wohl war. Nach durchaus opulentem Frühstück in der „Märchen“herberge geht`s nach 3 Schleusen zum Kanuverein Bad Dürrenberg, wo der liebe Klaus schon mit dem Pizzaservice auf uns wartet. Dann noch weitere 3 Schleusen und in Merseburg kommen wir in der Rudergemeinschaft einfach aber ruhig unter. Regina und MM wechseln mit Rolf und Hartmut. Am nächsten Tag geht`s weiter nach Wettin (dem eigentlichen Stammsitz des sächsischen Königshauses). Dort wohnen wir in „Meyers Stuben“. Letzter Ort an der Saale wird am nächsten Tag Bernburg, wo wir gut in der JHB übernachten. Unvergessen wird das Picknick bleiben, das uns Klaus und Rolf mittags aus der „Gourmetküche“ von Klaus`Bordrestaurant gezaubert haben. Hier verlässt der Chronist die Route und fährt mit Peter`s Auto nach Berlin zurück.

Gerd R.



zurück zur Übersicht