Pfingstwanderfahrt 2008 – Teil 2

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Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr den zweiten Teil der Pfingstwanderfahrt, der hauptsächlich über die Elbe führte, mitzumachen, da ich noch nie auf einen größeren Fluss gerudert war. Ich verabredete daher mit Gerd, dass ich ihn in Bernburg an der Saale ablöse. Nach einigen schlecht ausgeschilderten Umleitungen wurde ich schließlich von Franky per Handy zur Jugendherberge dirigiert und dort von ihm und Klaus empfangen und bewirtet. Die Atmosphäre erinnerte mich an Klassenfahrten längst vergangener Zeiten. Dem entsprach dann auch die Größe des Schlafsaals.

Außer mir nahmen Babsi, Jürgen, Wolfgang, Norbert, Hartmut und Rolf (die beiden hatten zwei Tage vorher Regina und Michael abgelöst), Franky als Fahrtenleiter sowie Klaus und Heidi P. als Landdienst und First-Class Catering Team teil, wobei Heidi öfter auch selber ins Boot stieg und dann mit Rolf tauschte.


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Am nächsten Morgen ging es auf meine erste Etappe. Nach einer Schleuse fuhren wir durch eine Industrielandschaft mit einer bemerkenswerten Umgebung aus neuen High-Tech-Anlagen und Industrieruinen aus dem (vor- ?) letzten Jahrhundert. Die Landschaft wurde dann lieblicher und wir verpassten den Abzweig zum Pausenplatz, so dass wir noch 9 km weiter bis zur nächsten Gelegenheit durchhalten mussten. Dort fehlte der angekündigte Steg, so dass wir zum Verdruss des Fährmannes an der Anlegestelle der dortigen Gierfähre ans Land gehen mussten. Dort erwartete uns die vom Landdienst organisierte Mittagsversorgung an einem wirklich idyllischen Fleck. Die Gierfähre gehört übrigens zu einer 3-Fähren-Tour (http://www.fluss-radwege.de/ dort unter Gierfährentour) bezeichneten Radroute, die durch den dortigen Nationalpark führt und die man durchaus mal in Erwägung ziehen sollte.
Anschließend ging es auf die Elbe und dort nach Barby, wo uns mit dem Gut Augustusgabe das wohl komfortabelste Quartier erwartete. Die Dusche verfügte über drei Strahler von oben, unten und von der der Seite zur Massage der müden Muskeln. Die Anlage war ein grünes Biotop mit einem sehr angenehmen Restaurant. Das angebotene Krokodil hat dann aber doch niemand gegessen.

Die nächste Etappe war etwas kürzer. Ihr Höhepunkt war die Begegnung mit einem Schubverband, der eine gefühlte 2 Meter hohe Welle vor sich herschob. In Magdeburg folgte nach einem ausführlichen Imbiss die Besichtigung des Doms mit der Erkenntnis, welch eine wichtige Stadt Magdeburg einmal gewesen ist. Auf jeden Fall sehenswert war auch das Hundertwasserhaus, bei der Suche nach der „Altstadt“ erwiesen sich deren Häuser allerdings als ca. 30 Jahre „alt“, aber am Rathaus fanden wir einen angenehmen Platz für unser Abendessen.

Der nächste Tag begann mit der Durchquerung von Magdeburg auf der dort recht schnell strömenden Elbe und mit wieder einmal wunderschönem Wetter – wie übrigens auf der ganzen Fahrt. Nach der Pause in Rogätz weitete sich die Elbe noch mal, der Wind frischte zur Abkühlung auf und ich hatte das Gefühl, durch eine weiträumige, von der Zivilisation wenig berührte Weltengegend zu rudern, die ich jedenfalls nicht in Mitteleuropa vermutet hätte. Für mich der schönste Teil der Strecke.

Die Etappe endete in Parey. Dort wurden wir vom Landdienst abgeholt und machten uns auf die Suche nach unserem Quartier. Nach einer 3/4-Stunde fanden wir die Pension in Ferchland, auf deren Laubenterrasse wir uns bei Bier, Tee aus selbstangebauter Pfefferminze und einem wunderschönen Blick auf die direkt hinter dem Haus fließende Elbe erholten.

Samstag stand dann leider schon die letzte Etappe an. Zielpunkt war Havelberg, wo Abriggern, das letzte gemeinsame Abendessen und die letzte Übernachtung folgten. Am nächsten Morgen dann Frühstück, Fahrt nach Berlin und Säubern der Boote.

Fazit: Eine Tour durch eine sehr schöne naturbelassene Landschaft mit immer guter Stimmung unter den Teilnehmern und für mich mit der Erfahrung, auch größere Etappen rudern zu können und mich hinterher einfach gut zu fühlen. Ich kann auch jedem, der für eine 10-Tages Tour keine Zeit hat oder sich soviel Zeit nicht nehmen will, empfehlen, sich zu einer Teilstrecke zu verabreden.

Peter Sühlo

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