Moselwanderfahrt 27.09. - 05.10.2008

Das Ruderteam:
"VL" Franky, Wolfgang F., Babsi, Heidi P., Gerd, Roeder, Regina, Wolfgang R., Norbert und Lyndsey

Wir starteten pünktlich vom "Heimatsteg". Nach kurzen Zwischenstopps und der schwierigen Rechnerei, wie nun unser mittleres Alter im Bus ist ( 49 Jahre, Dank Lyndsey ) erreichen wir Trier gegen 18.00 Uhr. Der RV Treveris war nicht einfach zu finden und lag auch nicht im schönsten Teil von Trier. Unsere Unterkunft war gut gewählt in einem Weingut in Trittenheim, hatte nur einen Haken, wir mussten uns am Abend noch ums Essen kümmern. Das war nicht nur schwierig, "dat konnte auch dauern". Mit diesem Spruch seitens der Bevölkerung wurden wir im Laufe der Fahrt noch des Öfteren konfrontiert. Was soll’s, wir waren im Urlaub und nahmen es gelassen hin, auch den Umstand, dass wir hier nicht mit Kreditkarten zahlen konnten: Nee, is kaputt, und das Trinkgeld eingefordert wurde: Ham’se noch 3 Euro?


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28.09.08

Der Morgen begann mit einem kollektiven Hosen nähen. Norbert hatte beim Aufriggern am Vortag Pech. Danach Aufbruch nach Trier und Besichtigung der berühmten Porta Nigra. Verweise an dieser Stelle auf Google. Noch im Nebel bestiegen wir unsere Boote, zum Glück ließ die Sonne nicht lange auf sich warten. Start bei Flusskilometer 196. Mittagspause in schöner Schenke in Mehring, nur leider ohne Essen: "is alles alle!"
Die erste Gruselschleuse, Hub 8 m und sooo eng, wird von Norbert per Hand betätigt, nur wie kommt der Mensch wieder ins Boot. Auch das wurde gemeistert und im Laufe der Fahrt bekamen wir Routine. Lyndsey meisterte ihre erste Schleusenfahrt mit Bravour. Wir übernachteten wieder in unserem Weingut. Das Abendessen sollte erst im Gourmetrestaurant stattfinden, nachdem wir die Preisliste einsahen, verabschiedeten wir uns ganz schnell und gingen in die nächste Dorfwirtschaft.

29.09.08

Nach frühem Frühstück starteten wir bei leichter Bewölkung nach Zeltingen mit Zwischenhalt in Mülheim. Wir pausierten im Gartenbereich des Hotels "Weisser Bär", obwohl die Temperatur die meisten Gäste nach drinnen trieb. Und Wolfgang R. blieb bei den Booten, um sie vor dem Wellenschlag der Berufsschifffahrt zu schützen. Wir ruderten bald weiter und erreichten am Nachmittag die RG Zeltingen. Der Landdienst brachte uns zum Gasthof "Traube" in den Weinort Graach, wo uns der Wirt schon erwartete. Er wusste, was Ruderer wollen, da der LRV schon oft in seinem Hause gastierte. Wir wurden versorgt mit Schweinesteak, Büchsenchampignons – und speziell für Heidi gab es Erbsen aus selbigem Behältnis. Die üblichen Neuwasserlagen mit heimischen Kräuterlikören und Destillaten wurden gegeben, und wir erfreuten uns nicht nur am Bier. Gerd entdeckte im Weinkeller eine 99er Spätlese, die immer noch so gut schmeckte, dass wir einige Schachteln mit nach Berlin nahmen (inzwischen sind sie ausgetrunken!)

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30.09.08

Wie jeden Tag wieder früh aufstehen. Babsi ist noch so verschlafen, dass sie ihre Kamera im Gasthof vergaß, aber der nette Wirt war so freundlich und brachte sie hinab zum Bootshaus. Wir ruderten bei deutlich schlechterem Wetter los, eingepackt in warme Regenkleidung. Unser heutiges Ziel war Zell, doch an der Schleuse Enkirch erreichte uns die Nachricht von einem Schiffsunglück unterhalb der Schleuse. Zwei Schwarzbleche versperrten nach einer Kollision die Mosel. Nach einem Gespräch mit dem Schleusenwärter und der Genehmigung, die Unfallstelle passieren zu dürfen, bekamen wir eine Sonderschleusung in der großen Kammer und durften bei "Rot" einfahren - für uns Ruderer war das sehr komfortabel.
Am Abend erreichten wir müde und hungrig den Steg des RV Zell. Unser Quartier war diesmal "auf dem Berg" in den Räumen der Jugendbildungsstätte Marienburg, einem ehemaligen Kloster. Allerdings nicht besonders empfehlenswert, der Aufenthalts- und Essensraum waren kahl und ungemütlich.

01.10.08

Heute ist das Wetter garstig, eigentlich sollte man im Bett bleiben. Nach einigen Beratungen entschlossen wir uns dann, doch abzulegen. Wenige Kilometer nach Zell, der Fluss verläuft hier mal nur geradeaus, wurde es plötzlich sehr stürmisch. Der achterliche Wind trieb uns so stark voran, dass wir Mühe hatten, die Boote vor der Schleuse in Neef zum Stehen zu bringen. Und zum garstigen Wetter gehört natürlich auch der Regen. Es schüttete ohne Unterlass. Wir erreichten gut durchnässt den "Schinkenkeller" in Senheim, wo wir Mittagspause machten und versuchten, unsere Kleidung zu trocknen. Nach gemütlichem Aufenthalt verließen wir aufgewärmt und zum Teil getrocknet Senheim, um unser Tagesziel Cochem anzusteuern. Hier lagerten wir die Boote unterhalb des dortigen Ruderclubs am Moselufer und bezogen unser Quartier in der sehr modernen Jugendherberge für zwei Tage.

02.10.08

Die Jugendherberge ist wirklich zu empfehlen, gutes Frühstück und sehr nettes Personal. Heidi und Gerd erfreuten sich über den "Teefilteraufnahmeeinsatzbehälter". Das gibt’s schließlich nur in Hotels!
Am Vormittag haben wir nur eine kurze Etappe ohne Vorkommnisse.
Mittagspause im RG Treist. Wir wurden dort freundlich von einem Ruderkameraden empfangen. Die letzten Kilometer haben wir uns oft bei Sonne treiben lassen. Die Boote lassen wir in Brodenbach im Segelverein von Toni. Der Landdienst transportierte uns wieder zu unserer Herberge in Cochem. Vorher allerdings machten wir einen wunderschönen Ausflug zur Burg Eltz. Allen bekannt als Symbol unserer alten 500er Scheine.
Den Abend ließen wir im "fröhlichen Weinberg, Essen wie bei Muttern", bei sehr netter Stimmung, ausklingen.

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03.10.08

Ablegen vom Segelclub Toni. Wir haben nur noch 25 km bis Koblenz. Wir unterqueren die Moseltalbrücke 136 m und legten zur Mittagszeit am Steg der Campinginsel bei Winningen an.
In Koblenz beglückwünschten wir Lissy zu ihrer bestandenen Obmannsprüfung. Danach direkt zum Bahnhof um Karla, Wolfgangs Tochter, abzuholen. Unser Quartier hatten wir in Braubach, ein paar Kilometer auswärts. Für die nächsten zwei Nächte bezogen wir eine sehr urige Behausung. Eine alte Bauernschänke "Zum Eckfritz", die 1529 erbaut wurde. Innen war sie nur 200 Jahre moderner. Wir hatten das Glück, das hiesige Winzerfest mit allen Höhen und Tiefen mitzuerleben. Karla entschied sich spontan die Nacht zu bleiben und bekommt noch das letzte winzige Einzelzimmer. Franky unterhielt die Gäste in unserer Schänke mit unterschiedlichsten Klavierstückchen. Der Wirt war begeistert und würde ihn am liebsten engagieren. Diese Nacht wurde kurz.

04.10.08

Nachdem die Einteilung mit einigen Diskussionen endlich stand, fuhren wir um 10.00 Uhr los. Es ging nur um die Käpt’n mit Franky, Wolfgang R., Lyndsey und Babsi an Bord.
Die letzte Schleuse ist dreckiger als sonst, dafür aber schneller, Franky hüpfte nach Knopfdruck akrobatisch zurück ins Boot. Die Einfahrt in den Rhein am Deutschen Eck begrüßten wir zusammen mit vielen Zuschauern mit einem dreifachen Hip-Hip-Hurra. Statt der erwarteten starken Strömung und Schiebewind begrüßt uns der Rhein mit starkem Gegenwind. Wir kämpften damit bis Neuwied, wo wir in den Yachthafen einfuhren. Kurzer Steuermannwechsel. Der Rhein ist so stark befahren, dass wir teilweise drei Schwarzbleche nebeneinander hatten. Pausenloses Kraftrudern, schließlich auch noch Flutung des Bootes, die uns zum Landgang zwang. Mit allen möglichen Utensilien wurde die Käpt’n gelenzt. Dann die letzten Kilometer bis Remagen, wo wir vom Landdienst schon sehnsüchtig erwartet wurden. Wir waren zwei Stunden zu spät.

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Die Übrigen und Karla verluden in Koblenz in der Zwischenzeit die Bubi Jahnke, nahmen dann von Karla Abschied und erwarteten in Remagen die Käpt’n. Die Besonderheit des dortigen Ruderclubs, nämlich keinen Steg zu besitzen, veranlasste Norbert zu dem Ausspruch: "Ich weiß nicht, was die hier machen, rudern jedenfalls nicht!" Nun gut, die Käpt’n musste an einer alten, glitschigen "Fährenrutsche" anlanden und wurde mit vereinten Kräften aus dem Rhein gezogen. Nach dem Verladen ging es zurück zum "Eckfritz". Wir verlebten noch einen gemütlichen Abend und fuhren am nächsten Tag zurück nach Berlin.

Regina und Wolfgang F.

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